REh - crosscreative®
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Das “REh” – eine Identifikationsfigur eingebettet in ein touristisches Konzept.

Im Dezember 2022 war es soweit. Das erste von 15 REh Skulpturen findet seinen neuen Bestimmungsort an der historischen Stadtmauer in Recklinghausen. Knapp 2 Jahre konzeptionelle und technische Vorarbeit war für dieses Projekt nötig. Herausgekommen ist ein einzigartiges Designobjekt das perfekt in diese lebendige Stadt passt.

Das Konzept

Als crosscreative Konzepte einer Identifikationsfigur beim Stadtmarketing platzierten, rannten wir offene Türen ein. Schon lange schlummerte die Idee im Raum, doch so richtig wollte keine Idee passen. Recklinghausen hat eine faszinierende Historie und ein fürs Ruhrgebiet aussergewöhnlich schönes Stadtbild, aber es gab einfach keinen Bären im Wappen und auch keine Stadtmusikanten. Der Ansatz von crosscreative war verblüffend einfach – wo keine direkt zu verknüpfende Story ist, da muß eben einfach eine entwickelt werden. In einem längeren Prozess wurden dann verschiedene Ideen diskutiert. Die Wahl traf dann auf das Konzept “REh” – auch hier verblüffend einfach – ja die Anfangsbuchstaben “RE” von Recklinghausen, das was also jeder Recklinghäuser schon im Kennzeichen trägt, war der Impuls für die Idee. Zudem ist das REh ein Tier das uns an unsere Verantwortung der Natur gegenüber erinnert. Ein REh in der Stadt, schon fast ein Mahnmal dass wir auf unsere Natur aufpassen müssen und das wir den Ursprung unseres Daseins respektieren müssen, denn vor über 1000 Jahren, also vor den ersten Siedlungen, da war hier nur Wald – und es gab mehr Rehe als Menschen.

In der Umsetzung dieser Figur war schnell klar dass wir keine allzu naturalistische Form wählen durften, zu schnell würden Querverbindungen zu Bambi und Co. hergestellt. Nein, das REh sollte ein modernes, zeitgemaesses Design erhalten. Es sollte nicht nur an die Historie der Stadt erinnern, sondern gleichwohl auch ein Symbol für die Zukunftsgewandheit der Recklinghäuser sein. Verschiedene Abstraktionsexperimente führten schliesslich zu einer polygonhaften Aussenhülle und einer selbstbewussten nach vorne gerichteten Pose der Figur.

Neben der Identfikationsstiftenden Wirkung und der Nutzung als “Selfie Spot” wurde von CC zudem ein touristisches Konzept entwickelt, das zu einer “REh-Tour” durchs ganze Recklinghäuser Stadtgebiet einlädt. Mit Hilfe einer digitalen App die im Moment konzipiert wird, haben Recklinghäuser und insbesondere auch Touristen die Chance das ganze Stadtgebiet mit den REhen kennenzulernen. Das System animiert die Bürger sich auf die Reise zu machen und die REhe in der App zu “sammeln”. Ein innovatives Konzept das moderne Technik nutzt um diese historische Stadt zu erleben.

Planung und Umsetzung

Wie auch bereits bei unserem Stadttorprojekt sollte die Entwicklung zeitgemäß und modern erfolgen, die Produktion dann wieder auf archaische Art. Heute und Gestern im Produktionsprozess vereint. Die Konstruktion des REhs erfolgte mit verschiedenen 3D Programmen mit denen bei crosscreative auch Spielzeugfiguren oder Prototypen entstehen. Dank dieser Technik konnten die Entwicklungsstände immer im 3D Druck überprüft werden, was auch hilfreich in Besprechungen mit der Stadt Recklinghausen war. Da parallel auch schon ein Herstellungsverfahren in Aussicht war konnte die Figur nun auch Produktions optimiert werden – hier die Balance zu finden zwischen Objektdesign und Machbarkeit war herausfordernd.

Die Produktion

Die Grundidee war eine stabile Umsetzung der Figur mit einem Naturmaterial. Die für die sogenannte “Tierparaden” übliche Umsetzung in bunt lackiertem Glasfaserlook wurde von Beginn an ausgeschlossen. Verfügbare Materialien und Verfahren zeigten allerdings alle ihre Schwächen, so dass  schlussendlich auf Sandstein als Material gesetzt wurde. Es wurde ein Fachhersteller in Österreich gefunden der gemeinsam mit einem Betonwerk eine gießbare Sandstein Mischung entwickelte und in Zusammenarbeit mir crosscreative wurde Konstruktion und Verfahren so optimiert dass auch größere Stückzahlen des REhs produziert werden konnten. Für den Bronzeteil konnten auch hier die Österreicher weiterhelfen und in gleicher Rezeptur wie bereits die Stadttorplatten umgesetzt werden. Tricky war hier die nahtlose Verbindung von Bronzeplatte und Sandstein. Für das Finish wurde eine Schutzlackierung gewählt die das Objekt immer noch “atmen” lässt.

Fotos: 3Dkunst, crosscreative

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